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Vernetzte Seniorenhilfsmittel

Für viele Betroffene mag es schier unglaublich klingen, doch schon bald könnte es möglich sein, im Rollstuhl sitzend Schränke zu öffnen, deren Griffe sich in einer Höhe von über 1,50 Meter befinden. Zumindest ist dies das Bestreben von Forschern der Technischen Universität München, die in ihrem Projekt “Personalisierte Mobilität, Assistenz und Service Systeme in einer alternden Gesellschaft” (PASSAge) eben solchen Zielen nachgehen. Doch was verbirgt sich genau hinter PASSAge? Was kann man in Zukunft von der Seniorenhilfsmittelindustrie erwarten?

Basis für das knapp vier Millionen Euro teure Projekt PASSAge ist die unlängst existente Vernetzung mobiler Geräte wie beispielsweise die Vernetzung von Fernsehern, Mobiltelefonen / Smartphones und Computern. Mittels modernster Smartphones kann man heutzutage beispielsweise schon Haustüren öffnen und auf das hauseigene Sicherheitssystem zugreifen.

Es stellt sich dementsprechend die Frage, warum man körperlich eingeschränkten Personen im Rollstuhl diese Möglichkeit bislang nicht bietet, da diese am ehesten auf technische Hilfsmittel angewiesen sind. Ebenso wie Smartphones und Haustüren könnten Elektromobile und Treppenlifte optimal aufeinander eingestellt werden. Statt wie bisher einer einzelnen Bedienung für jedes Gerät könnte die im Rollstuhl sitzende Person Universalgewalt über alle denkbaren Schließ- und Beförderungsmechanismen in ihrer unmittelbaren Umgebung besitzen. Wer einmal eine Person im Rollstuhl begleitet hat, weiß, wie schwierig es zum Beispiel für diese ist, Türen oder Schranktüren zu öffnen, obwohl dies zu den alltäglichsten Dingen überhaupt gehört. Eine erfolgreiche Vernetzung unterschiedlicher Geräte würde schlicht und einfach einen ungemeinen Mehrwert hinsichtlich der Lebensqualität einzelner Betroffener bedeuten.

Ebenso ist es ein Faktum, dass es vielen Betroffenen schwer fällt, sich selbständig von einem technischen Hilfsmittel zum nächsten zu bewegen. Beispielsweise müssen Rollstuhlfahrer oftmals auf einen Treppenlift umsteigen, was sich allerdings in einer Vielzahl der Fälle als äußerst mühsam erweist. Thomas Bock, Professor für Baurealisierung und Baurobotik an der Technischen Universität München, spricht sogar von “sozio-technischer Infrastruktur”, die mit dem Projekt geschaffen werden soll und in solchen Fällen Abhilfe schaffen würde. Kaum jemand wird den Wert einer solchen Leistung dann noch verkennen.

Selbst die Automobil-Branche wird von dem Entwicklungsprojekt wohl nicht verschont bleiben. Automobile sollen derart umgerüstet werden, dass sie für einen Rollstuhlfahrer begehbar sind. Genauso sehen die Forscher Entwicklungspotenzial beim Rollstuhl an sich. Dieser könnte beispielsweise variabler in seinen Einstellungen werden, um sich besser an unterschiedliche Umgebungen anpassen zu können. Insbesondere könnte man die Sitzhöhe flexibel gestalten, was enorme Vorteile mit sich bringen würde. Auf diesem Wege wäre es beispielsweise möglich, mit den eigenen Händen Schranktüren in 1,50 Meter Höhe zu öffnen, obwohl man im Rollstuhl sitzt. All das ist heutzutage undenkbar, bald vielleicht aber schon Realität.

Nebst all der praktischen Vorteile bei der alltäglichen Anwendung würde eine solche Vernetzung ebenfalls ermöglichen, dass nahezu rund um die Uhr Daten über den Gesundheitszustand der betroffenen Person gesammelt werden. Kommt es zu einem unerwarteten Anstieg des Blutzuckerspiegels, des Blutdrucks, etc. könnten umgehend entsprechende Gegenmaßnahmen gestartet werden. Sogenannte Biosensoren würden das möglich machen. Gleichzeitig sehen die Forscher Potenzial hinsichtlich der Navigation. Serienweise könnte in Rollstühlen ein Navigationsgerät installiert werden, welches optimal auf die Bedürfnisse von Gehbehinderten eingestellt ist. Betrachtet man all dies, sind die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bereitgestellten Fördergelder von 2 Millionen Euro mehr als nur gerechtfertigt. Es bleibt im Sinne der Gesellschaft zu hoffen, dass die Forscher mit ihren kreativen Ideen Erfolg haben werden und das Leben körperlich behinderter Menschen nachhaltig verschönern können.

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Geschrieben von

Sven Schmidt ist freier Online-Redakteur und schreibt hauptsächlich zu Gesundheitsthemen.

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